Neograeca 

 

Internationale Bibliographie unselbständiger Publikationen zur neugriechischen Literaturgeschichte der Jahre 1927-2001. Die vollständige Bibliographie nebst einem Register der Verfasser und Mitarbeiter sowie einem Verzeichnis der    ausgewerteten Publikationsorgane.

Sie ersetzt und ergänzt um einige Titel BIBLIO UELLNER, das mit einem System

erstellt wurde, das Umfang und Aufgabenstellung der Bibliographie nicht gewachsen war. Z.B. war es nicht in der Lage, alphabetische und numerische Reihenfolgen konsequent einzuhalten, Verweisungen (etwa von nicht benutzten Namensformen) anzulegen oder das Verhältnis von griechischem zu lateinischem Alphabet einheitlich zu gestalten. Ein solches Elaborat hätte selbstverständlich gar nicht veröffentlicht werden dürfen. Aber das sahen andere, weil sie eigene Interessen verfolgten, anders. Einige Eigenwilligkeiten dieses Unsystems, z.B. die Nachstellung des Artikels, habe ich vorerst beibehalten, um das Erscheinen dieser Bibliographie nicht weiter zu verzögern. Sie werden peu à peu eliminiert werden.

 

Im Gegensatz zu einem Verzeichnis z. B. der Werke von G. Sepheres, das darüber informiert, wann, bei welchem Verleger und von wem bearbeitet sein Gedicht „Kichle“ erschienen ist (subjektive Bibliographie), werden hier die Untersuchungen anderer zu „Kichle“ zusammengetragen (objektive Bibliographie). Wer immer sich ernsthaft mit einem literarischen Thema auseinandersetzt, hat das Ziel zu verfol-gen, Neues anzubieten. Das setzt das Wissen um das Neue voraus, also um das, was andere noch nicht gesagt haben. Sich diese Kenntnis anzueignen, will meine Bibliographie behilflich sein.  

 

Für die Bibliographie wurden ausgewertet Zeitschriften Griechenlands, anderer europäischer Länder, der USA und Australiens sowie Kongressberichte, Fest-schriften und die besonders in Griechenland verbreitete Gattung von Sammlungen zumeist zuvor in anderen Publikationsorganen veröffentlichter Aufsätze der Jahre 1927 bis 2001.

 

Editionstechnisch sind die Quellen in drei Kategorien einzuteilen, die entsprechend zu drei unterschiedlichen Zitierformen führen:

 

a.) Zeitschriftenaufsätze

    Βρεττάκος, Νικηφόρος: Επιθεώρηση Τέχνης 14 (1961) 348-349. –

b.) Beiträge aus Sammlungen eines Autors

     Σαββίδης, Γ.: Τράπεζα πνευματική. Αθήνα 1994, 258-260. - 

c.) Beiträge aus Sammlungen verschiedener Autoren

     Eideneier, Hans σε: Πρακτικά του Β’ Διεθνούς Κυπρολογικού Συνεδρίου 3,              Λευκωσία 1987, 415-423.  –

 

Alle hier vorgelegten Informationen sind autoptisch ermittelt. Trägt eine ausge-wertete Quelle einen Hinweis auf eine Vorveröffentlichung in einem Organ, 

das ich nicht einsehen konnte, begnüge ich mich, um Übermittlungsfehler zu vermeiden, mit dem Vermerk„ Wiederveröffentlichung“.

 

Die Unzahl griechischer Literaturzeitschriften, die in keinem Verhältnis zur 

Menge potentieller Interessenten steht und die Produktivität der griechischen Literaturwissenschaftler bei weitem überfordert, hat die Zeitschriften-Verleger 

immer wieder dazu verführt, sich bei der Konkurrenz Stoff zu entleihen und als Eigentum auszugeben. Sicherlich ist in dieser Haltung einer der Gründe für die 

Kurzlebigkeit griechischer Literaturzeitschriften zu sehen. So mancher Leser dürfte nach wiederholtem déjà-lu-Erlebnis das Medium gewechselt haben. Für den Bibliographen liegt hier der Grund für eine unerwartet intensive und aufwendige Beschäftigung mit der Materie.

 

Zielgruppe der Bibliographie sind nicht nur die mitten in der wissenschaftlichen Arbeit Stehenden, denen die Forschungsergebnisse ihrer Kollegen erschlossen werden sollen, sondern auch Anfänger und Amateure der Neugriechischen 

Literaturwissenschaft, die Informationen brauchen, um in der Materie Fuß fassen zu können. Deshalb sind neben umfangreichen Aufsätzen auch Kurznachrichten wie zum Beispiel Leserbriefe ausgewertet, sofern sie nur in irgendeiner Weise, wie etwa mit dem Hinweis auf das Todesjahr von poetae minores, das im beim Verlag Πατάκης erschienenen “Λεξικό Νεοελληνικής Λογοτεχνίας“ häufig, weil offensichtlich geschätzt statt recherchiert, falsch angegeben ist, die Entwicklung der Neu-griechischen Literaturgeschichte dokumentieren und vorantreiben.

 

Außer einigen Literaturgruppen, die sich unmissverständlich darstellen 

(Buchrezensionen, Besprechungen von Theateraufführungen usw.) sind, wie bereits angedeutet, alle ausgewiesenen Beiträge von mir diagonal gelesen, weil nur so das danach gewählte Schlagwort den Kern der Aussage eines Aufsatzes exakt wieder geben kann.

 

Die Bibliographie ist alphabetisch nach Schlagwörtern angelegt. Die Schlagwörter bestehen in erster Linie aus Autorennamen, daneben aus Sachbegriffen wie 

Literaturepochen, Literaturgattungen usw. Die einzelnen Schlagwörter sind in sich durch Unterschlagwörter weiter gegliedert, von denen einige immer wiederkehren wie Bibliographisches, Biographisches, Persönliches, Werk u. ä., während andere 

von Vita (Aufenthaltsorte, Beziehungen zu anderen Personen usw.) und Werk des jeweiligen Autors abhängig sind.

 

Gegenstand der Bibliographie ist ausschließlich die neugriechische Literatur. Da aber der Aspekt ihrer Untersuchungen von griechischen Autoren gelegentlich

weiter gefasst wird, muss mit der Form des Schlagwortes diesen Gegebenheiten Rechnung getragen werden. Der Benutzer hat also immer den Unterschied zwischen Δημοτικά Τραγούδια und Ελληνικά Δημοτικά Τραγούδια, zwischen Μυθιστόρημα und Νεοελληνικό Μυθιστόρημα und ähnlich gelagerten Fällen zu beachten.

 

Von den immer wieder beklagten Schwierigkeiten bei der Erarbeitung von 

griechischen Nachschlagewerken, seien hier nur diejenigen genannt, die bei Berücksichtigung durch die für die Quellen Verantwortlichen behoben werden könnten. So tut man Sepheris keinen Gefallen, wenn man seinen Vornamen in drei Varianten anbietet, und wer mit Kriaras befreundet ist, darf ihn natürlich Manoles nennen, aber die offizielle Ansetzung seines Namens, also auch die der Literatur-wissenschaft, sollte Emmanuel bleiben. Denn wenn wir es mit weniger bekannten Autoren als mit Sepheris und Kriaras zu tun haben, können die hier skizzierten Eigenwilligkeiten zu ärgerlichen Fehlleistungen führen ebenso wie die aus Bequemlichkeit vorgenommene, die Betonung umgehende,Schreibung von Namen in Versalien.

 

Dem Charakter meiner Bibliographie – großer Berichtszeitraum und Bearbeitung  unselbständig erschienener Publikationen, deren Autoren zum Teil nie ein Buch     geschrieben haben und die deshalb bibliographisch auch kaum nachweisbar sind,

ist es geschuldet, dass die Zahl von Problemfällen wie den oben genannten in ihr groß und ihre Behandlung trotz redlichen Bemühens möglicherweise nicht aus-nahmslos geglückt ist. Korrekturvorschläge sind deshalb für die geplante überar-beitete und erweiterte Fassung der Bibliographie willkommen.

 

Die Bibliographie ist als Sachverzeichnis konzipiert und angelegt. Der formale Aspekt der ausgewiesenen Beiträge spielt daneben eine untergeordnete Rolle. Das sollte einleuchten, wenn man bedenkt, dass

 

a.) in zahlreichen Fällen der Titel des durch das Schlagwort zum Ausdruck ge-                brachten Aufsatzes mit dem Schlagwort identisch ist (Buchbesprechungen),         

b.) bei der Auswertung des Nachrichtenteils der Literaturzeitschriften die Quelle

     in der Regel nichts anbietet, was als Titel interpretiert werden könnte,                   

c.)  viele Beiträge mehrfach, meist unter wechselnden Titeln, veröffentlicht 

     worden sind und die penible Auflistung all dieser Titel für den Benutzer

     eher Irritation als zusätzliche Information bedeuten würde.                                                      

 

Wie bereits angedeutet, soll die Bibliographie bei entsprechender Akzeptanz ergänzt und ihr Berichtszeitraum erweitert werden. Das oben erwähnte auf meinem Schreibtisch liegende “Λεξικό Νεοελληνικής Λογοτεχνίας“ wird mich tagtäglich an diesen Vorsatz erinnern.

 

Zu bedanken habe ich mich vor allem bei Manfred Lihs für Sachverstand und

unendliche Geduld bei der technischen Betreuung der Arbeit sowie bei den Inhabern der Buchhandlung “Ενδοχώρα“, dem inzwischen leider verstorbenen Κ. Μαυρουδής und seiner Gattin Ε. Μαυρουδή, die mir die Quellen dieser Bibliogra-phie besorgt haben, Bücher, die zum großen Teil bis dahin in Deutschland noch gar nicht vorhanden waren.  

  

 

 

 

 

 

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